navbild_oben

Startseite

Polyeder
Wetter in RO
Downloads
Links

Schulen
Mathe
Physik
Informatik
Diverses

navbild_unten
hochries     kufstein

Wandern in der Umgebung von Cirali / Olympos

Bei den Ortsangaben habe ich die Akzente einfach weggelassen; deshalb liest man Deliktasch(Deliktas), Göktasch(Göktas) usw.
Die Ortsnamen sind diversen Karten entnommen. Aber in fast jeder Karte steht eine andere Bezeichnung - und bei den Einheimischen sind diese Bezeichnungen zudem meist unbekannt.
Markierte Wanderwege wie in Mitteleuropa gibt es - außer auf dem Lykischen Pfad - eher selten.
Auf den Touren habe ich nur fotografiert. Grabungen überlasse ich den Profis.

Ausgangspunkt Cirali





Die Bucht von Cirali wird erst seit ca. 60 Jahren stärker besiedelt. Anfangs wurde sie von Bauern aus Yazir und Kumluca als landwirtschaftliche Fläche genutzt. In den letzten Jahren entstand auch ein moderater Tourismus. Allerdings ist das Konzept nicht ganz unproblematisch: Gegen Mücken werden Pestizide eingesetzt - der touristische Wasserverbrauch ist hoch - die Forellen werden gemästet - der geschützte Strandbereich zunehmend verbaut - im "ursprünglichen" Berg-Hinterland entstehen immer mehr Feriensiedlungen ...

Noch im 19. Jh. lag hier ein Umschlagplatz für den Export des Zedernholzes nach Ägypten (Petersen, p. 139) und in den 30er Jahren des 20. Jh. wurde in der Nachbarbucht (Maden beach) intensiv Chrom abgebaut und exportiert (Freya Stark, p. 153ff). In der Antike war diese Küste dem Geographen Strabo (63 v. Chr.- 23 n. Chr.) unter dem Namen Korykus bekannt. Ein Name, der damals auch den Hafenort der heutigen Ruinen von Olympos bezeichnete. Nachdem in der Antike der Pirat Zeniketes in der Bergstadt Olympos residierte, wurde der Name Korykus in den späteren Jahren auch als ein Synonym für Piraterie benutzt.



Wanderungen:


Tour 1) Wanderung zu den Feuern der Chimaira/Chimäre (türk.: Yanartas = brennender Stein):
ca. 1/2 Stunde durch Cirali-Ort, immer den Reisebussen folgend, am NW-Ende der Bucht ca. 1/2 Stunde bergauf (6 TL Eintritt) bis zu den antiken Ruinen von Hephaistion.
Die "oberen Flammen" liegen ca. noch eine 1/2 Stunde höher am Pass (nördlich des Gipfels Catal Tepe).
Die beste Zeit ist die Abenddämmerung. Empfehlenswerte Ausrüstung: Getränke und Grillwürste.

Tour 2) Wanderung zu den Feuern der Chimaira/Chimäre (Variante):
Von Cirali aus ca. 4km der Fahrstrasse entlang des Ulupinar-Baches nach Norden folgen. Auf der linken Strassenseite liegen die Nordosthänge des Omurga Dag. Dort, wo der Berghang endet und an einem Gehöft ein Schotterweg nach links abbiegt, zweigt wenige Meter vorher rechts der alte Weg nach Ulupinar ab. Er verläuft parallel zum Ulupinarbach, passiert ein altes Mühlengelände (Spratt, p. 195), dann ein neu gebautes Häuschen und ist zur Zeit wegen des unterirdisch verlegten Bewässerungskanals völlig umgegraben. Die Klamm des Ulupinarbaches eignet sich leider nicht mehr zum Baden, da die Forellenzucht und die begleitenden Zusätze dem Bach einen Geruch nach Algen u. Fisch verleihen. Nach insgesamt ca. 2km mündet rechts von Norden der Kara Dere-Bach in den Ulupinarbach. Dort ist auch eine Furt. Man quert den Ulupinarbach und steigt links(westl.) vom Kara Dere-Bach bergauf. Weiter oben im Tal verlässt der Weg den Bach und wendet sich nach Osten zum Pass mit dem "oberen Flammenfeld". Von dort kann man zu den unteren Flammen und nach Cirali absteigen (insgesamt ca. 5h; Adak, p. 132/133).



Tour 3) Burgruine Göktas Kalesi:
Dort, wo der Bergrücken des Omurga Dag im NW gegen den Ulupinar-Bach ausläuft, befindet sich auf dem letzten Felsvorsprung direkt oberhalb der aktuellen Landstrasse die Burgruine. Die Burg existierte wohl schon in der Antike und galt als möglicher Wohnort des Piraten Zeniketes (?-77v.Chr.). Aber Zeniketes hat - der besseren Aussicht wegen - in (Upper) Olympos residiert.




Von der Landstrasse D-400 kommend kann man die Burg nach der Abzweigung Richtung Cirali auf dem Felsen vor dem Omurga-Bergrücken recht gut sehen.
Der Anfahrts-Weg ab Cirali ist 4km lang. Es ist der gleiche wie unter Tour 2) beschrieben.



Drei verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten zur Burg:

1) unmittelbar vor dem unter 2) genannten Gehöft biegt eine breite Forststrasse nach links(S) ab. Nach einigen Meter und sucht man sich dann einen geeigneten Aufstieg linker Hand. Im Gebüsch findet man vereinzelt rote Markierungen (Punkte) und Steinmännchen. Die stammen vermutlich vom Wanderweg, der den Omurga umrundet (Tour 5). Ab dem ersten flacheren Gelände hält man sich links und steigt über verwachsene ehemalige Felder weiter bergan. Neu seit 2015: Die Forststrasse wurde bis hoch an die Mitte der Westflanke des Omurga Dag ausgebaut. Diese Forststrasse hat auch eine Abzweigung nach Göktas Kalesi und endet in einer Wiese unweit der Burg.

2) ca. 200m bevor man das Gehöft von Cirali aus und die Abzweigung zum Fußweg nach Ulupinar erreicht, macht die Landstrasse eine Biegung um den anstehenden Berghang. Hier gibt es nur eine Stelle im Steilhang, wo das Gebüsch einen Aufstieg erlaubt. Nach wenigen Metern trifft man auf drei neue, marmorverkleidete Gräber und etwas links davon steigt der alte Weg zur Burg hinauf. Er ist als solcher noch recht gut auszumachen.

3) Fährt man umgekehrt vom Gehöft Richtung Cirali, dann umrundet die Landstrasse den Steilhang, auf dem die Burgruine steht und es folgt danach rechter Hand ein recht großer freier Platz, der nur gering bewachsen ist und sich gut als Parkplatz eignet. Gegenüber, auf der anderen Bachseite, liegt die "Yörük Parki Panzion". Von diesem Parkplatz aus kann man zur Burgruine von SE her hinaufsteigen.



Tour 4) Maden Beach (türk. maden = Mine/Bergwerk):
Der Weg beginnt am Nordende der Ciralibucht nicht weit vom Strand entfernt und ist als Teil des lykischen Weges gut beschildert. Der Aufstieg ist sofort steil und bei intensiver Sonneneinstrahlung ist der gesamte Weg sehr anstrengend. In den Buchten vor der Maden Beach gibt es Bademöglichkeiten. Allerdings gibt es nirgends Trinkwasser und die Strände sind vom angeschwemmten Plastik, sowie Resten von Industrie- und Fischereigeräten stark verunreinigt. (mind. 1,5 Stunden für den Hinweg)

Tour 5) Omurga-Umrundung (türk. omurga = Rückgrat):
Man geht am Cirali-Strand nach Süden, umrundet den Felsen Deliktas( türk. deliktas = durchbrochener Fels) und quert die Ruinen von Olympos (5TL Eintritt , evtl. Verhandlungssache), wandert dann durch die Schlucht des Akdere/Akcay an den Treehouses entlang bis man am Omurga vorbei ist, quert den Fluss an einer Brücke beim ersten Taleinschnitt und steigt dann auf einem Pfad bis zu einem Pass mit Wiesen/Feldern bergauf. Dann an einigen Häusern und Höfen vorbei, abwärts in den Wald und immer dem Berghang des Omurga entlang bis Göktas Kalesi (siehe Tour 2). Unterwegs trifft man auch auf ein paar antike Grundmauern. (s. Bild)
Der Weg ist eigentlich mit einem roten Punkt durchgängig markiert, aber stark verwachsen und deshalb nicht immer leicht zu finden. Am Ende muss man wieder die 4 km Fahrstraße nach Cirali zurückgehen. (ca. 3-4 Stunden; Adak, p. 136/137)





Tour 6) Omurga-Südgipfel:



Wenn man diese Tour öfter gehen will oder mit vielen Personen geht, dann stellt sich die Frage, ob man jedes Mal die 5TL(ca. 2€)/Person bezahlen soll.
Leider bestehen die Wächter inzwischen auf dem Eintrittsgeld für die Ruinen. Man kann es vermeiden, wenn man
  • sehr früh startet und sehr spät zurückkommt
  • sich möglichst überzeugend als Wanderer des Lykischen Pfades tarnt (?)
  • von Cirali aus den Gipfel direkt erklimmt (das ist möglich: nach der Betonbrücke zw. den Pensionen immer die Felswände bergauf ...)
  • die Betonbrücke quert, den Weg nach links zum Strand nimmt, den steilen Uferweg über die Eisenleiter einschlägt, aber kurz vor der Leiter nach rechts bergauf abzweigt:
    auf diesem Weg (der hinter die byzant. Burgruine führt) hat man genug Gelegenheiten den Aufstieg über den stark bewachsenen Bergrücken zu nehmen.
Sonst bleibt nur der einfache Weg durch die Ruinen von Olympos-Korykos:
  • Von Cirali aus quert man das Ruinengelände von Olympos auf dem Hauptweg. Kurz vor Ende des Weges geht es rechts zum Bauernhof und zur nördl. Nekropole ab.
  • Am Bauernhof vorbei - nach ein paar Metern geht links ein Weg durch die Orangenbaumplantage - dort direkt geradeaus in den Hochwald hinein.
  • Hier beginnt ein etwas verfallener, ehemals markierter Steig, der im Hochwald durch den bewaldeten Talkessel bis zum Sattel hinaufführt.
    Im gesamten Hochwald kann man noch Spuren ehemaliger Terrassierung erkennen.
  • Im Sattel: Nach links weiter bergauf - bis man die Felsen erreicht.
  • Hier ist der einfachste Durchstieg mit einem roten Punkt und Pfeil markiert.
  • Man klettert irgendwie geradeaus bis zum Gipfel.
Am Südgipfel gibt es die Reste eines antiken Wachturms. Irgendwer hat auch im Fundament ein paar Tonscherben freigelegt (2015).






Östlich unterhalb des Gipfels befinden sich die Reste einer Zisterne, die mit viel Aufwand in den Fels gemauert wurde.
Der antike Zugang zum Wachturm kam wohl über den SE-Abhang. Diesen kann man auch als alternativen Abstieg benutzen:
Am einfachsten klettert man die Felsen hinunter und hält sich tendenziell links - ein Pfad im Gebüsch verläuft aber eher auf der rechten Seite. Der Abstieg endet im Hochwald vor einem kl. Gipfel mit Felszacken. Nach rechts liegt der dem Omurga-Südgipfel vorgelagerte "Tafelberg". In diese Richtung kann man durch ein Tal zu den Treehouses absteigen. Achtung: Gültige Eintrittskarte für Olympos wg. elektronischer Kontrolle notwendig. Nach links geht es im Hochwald anfangs leicht, dann aber immer steiler und schwieriger (klettern!) ein trockenes, verwachsenes Bachbett zur Orangenplantage des Bauernhofs hinab. Eventuelle Felsabbrüche (6-8m) kann man hierbei seitlich umklettern. Am Fuß des Bachbetts kann man im Hochwald auch ein kreisförmiges Fundament entdecken. Dieses dient auch als Orientierungshilfe, wenn man den Weg in umgekehrter Richtung probieren möchte (nicht so empfehlenswert).
(Cirali-Omurgagipfel ca. 1,5 Stunden)





Tour 7) Genueser Festung, Richtung Geneviz(Cineviz Limani, Yöremeci Burun):
Am Südende des Cirali-Strandes, sieht man unter Wasser noch Gebäudereste der Hafenanlagen und kurz bevor es nicht mehr weiter geht steigt ein Pfad zur sogenannten Genueser Festung (Südfestung) hinauf. Einige Meter vorher geht aber ein zweiter Weg in die Büsche, der kurz darauf steil ansteigt und auf einen bequemen Bergfad mündet, der oberhalb der Festung verläuft. Auch hier gibt es im Unterholz noch Ruinen (v.a. einfache Gräber). Der Bergpfad führt zu einer Felswand, die bei Kletterern recht beliebt ist. An ihrem Fuß liegen die Reste eines Kistengrabes. Diesem Pfad kann man von der Felswand weg noch ca. 1/2 Stunde weit folgen. Unterwegs passiert man eine Felsspalte, an der man Mauerreste erkennen kann und die im Inneren ein wenig "ausgebaut" wurde. Am folgenden bewaldeten Plateau hat man einen Blick auf Cirali und Geneviz Koyu. Hier liegt im Steilhang ein zweites Klettergelände und die Steilküste wird unpassierbar. (45min für den Hinweg)
Der Hafen von Geneviz wird im 3. Jh. n. Chr. auch mit dem Namen Phoinikus am Fuße des Berges Olympos (=Musa Dag) bezeichnet . Im 13. Jh. n. Chr. heißt er dann Porto Genoese, Porto Zenovese / Portus Januensis und ungefähr im 19. Jh. auch Porto Tzenobezi. Die Bezeichnung des Berges Phoinikius/Olympos(heute: Musa Dag) wechselt im 14. Jh. bei den Genuesern zu lo Clar(o) (dies ist eine Verwechslung mit der Bezeichnung für den südlich von Adrasan gelegenen Berg Markiz Dag) und im 15.Jh. zu Loclaro. (Hild, Tomaschek)





Tour 8) Yanar Dagi / Catal Tepe / Chimaira:
Der Ausgangspunkt ist - wie bei Tour 3 - der Parkplatz am Ulupinarbach ca. 4km von Cirali bei der "Yörük Parki Panzion".
Zuerst quert man die grüne Fußgängerbrücke zur Pension. Würde man nun einige 100 Meter nach links bachaufwärts gehen, dabei den Felsen umrunden, dann käme man zum ehemaligen Chrom-Bergwerk. Stattdessen bleibt man ganz dicht am Rand der Grundstücksgrenze und geht direkt auf den Berg zu ("Richtung Sat-Schüsseln"). Hier beginnt ein markierter Bergpfad, der über einen Sattel bis zu den Flammen von Yanartas führt. Er geht anfangs rechts von einem trockenen Bachbett hinauf, wechselt dann ab der "Zwischenstation"(ZWS) die Richtung nach links und steigt im Hochwald über alte Terrassierungen bis zum Sattel empor. Die ZWS liegt auf halber Höhe und ist ein Wiesenfleck hinter einem kl. Felsgipfel. Kurz vorher kann man im Bachbett Reste eines steinernen Wassertroges sehen. Auf dem Gelände der ZWS gibt es reichlich Grundmauern antiker Bebauung (Türschwelle u.a.). Von der vorgelagerten Felsspitze hat man einen guten Blick auf Göktas Kalesi und den Omurga.
Wenn man den Yanartassattel erreicht hat, kann man sich rechts auf einigen Felsen einen Überblick verschaffen. Der Abstieg zu den Flammen ist von hier aus recht kurz.

Variante 1 : Wenn man am Pass nach links abzweigt, dann kann man nach ca. einer 3/4 Stunde den Gipfel des Catal Tepe (435m) erreichen.
Der Weg verläuft am bewaldeten Bergrücken und passiert einige Felsformationen mit Aussicht auf das Tal der Flammen. Stellenweise kann man alte Terrassierungen und Befestigungen erahnen. Kurz vor dem steilen Endanstieg zum Gipfel findet man im Hochwald einen antiken Mahlstein (in diesem Fall ist es wohl keine Weinpresse wie bei Adak p.109 abgebildet).



Der Anstieg zum Gipfel ist auf Grund der dichten und unangenehmen Vegetation am leichtesten durch möglichst viel Kletterei über die Felsen zu machen.

Variante 2: An der ZWS wendet man dem kl. Felsgipfel den Rücken zu, steigt den terrassierten Wiesenfleck hinauf und orientiert sich dann am Felsgrat bis man das bewaldete Gipfelplateau des Yanar Dag erreicht. Hier ist die Orientierung im Hochwald schwierig! Man kann versuchen Aussichtspunkte an der Hangkante zum Tal der Flammen zu finden. Ansonsten biegt man nach rechts (Osten) Richtung Cirali ab. Hier gibt es mittig am Plateau eine Felsgruppe mit guter Aussicht in Richtung Cirali. Hält man sich davon weit links (N), dann kann man meist über Felsen absteigen. Hält man sich davon weit rechts (S) dann erreicht man irgendwann einen Sattel mit hellem Felsgestein, von dem aus man sowohl nach Cirali als auch zum Ulupinarbach absteigen kann. Ein "Mittelweg" führt halb-links (NE) über alt-angelegte, bewaldete Terrassen bergab. Hier kommt man irgendwann an eine hohe Hangkante (ca. 10m), die man umsteigen muss. An ihrem Fuß befindet sich eine kl. Höhle, darüber Tropfsteine. Von hier aus sind es nur noch wenige Minuten bis zu einer neu angelegten Forststraße im Norden Ciralis. Dort ist dieses Wegende sogar mit Steinmännchen markiert.
Diese Forststraße zweigt in Cirali nördlich der Moschee bergauf ab und endet bald bei einem Platz, an dem Bienenkästen aufgestellt sind. Wenige Meter vorher stehen am Hang die genannten Steinmännchen. Der Weg ist mühsam und erfordert insgesamt einen erheblichen Zeitaufwand!

Tour 9) Musa Dag / Upper Olympos:
Auf etwa 750m haben die Griechen die Stadt Olympos gegründet. Am Ostrand des Stadtgebietes steigt der Hausberg Musa Dag (auch: Eren Tepe = heiliger Berg) auf 983m an. In der Antike wurde der Musa Dag ("Moses-Berg") als Olympos oder auch Phoenicus bezeichnet. Heute wird gelegentlich auch der Tahtali (2365m) als "Mount Olympos" bezeichnet, obwohl diese Bezeichnung in der Antike kaum gebräuchlich war: Der Berg hieß damals Solyma.








Etwas verwirrend sind die antiken und modernen Bezeichnungen:
Es gab wohl zuerst eine am Berg gelegene Stadt Olympos und ihren Hafenort Corycos/Korykus. Wobei in hellenistischer Zeit der "Hafen" der Strand von Cirali war, an dem man die Schiffe an Land ziehen konnte. (17)
Etwa im 2. Jh. n. Chr. zogen Bewohner der Bergstadt Olympos in die bis dahin Corycos genannte Hafenstadt, die nun auch als Olympos bezeichnet wurde. Die ursprüngliche Bergstadt Olympos, die am Westhang des Musag Dag in ca. 750m Höhe liegt, bezeichne ich daher meist mit dem Zusatz "Upper Olympos".
Diese Lokalisierung dieser antiken Ortsnamen ist gelegentlich noch umstritten. Manche suchen die Stadt Korykos an einem anderen Ort zwischen Deliktas und Phaselis. Deliktas ist keine Ortschaft (Petersen), sondern der Felsen am Strand von Cirali unterhalb der nördlichen Akropolis von Olympos/Korykos. Durch dieses Felsloch verlief angeblich die antike Prozessionsstraße zum Heiligtum der Chimaira. Schwer vorstellbar, wenn man sich das kleine Loch und die exponierte Lage betrachtet. Unzweifelhaft ist aber, dass das Flammenfeld an das antike Strassennetz angebunden war, welches wohl in der Nähe der heutigen D-400 verlief und einen Zubringer hatte, der entlang des Weges von Tour 2 bis hinauf zum Dorf Ulupinar und/oder entlang des Weges von Tour 8 nach Olympos führte.







Die Tour zum Musa Dag/nach Upper Olympos ist weitgehend mit dem Abschnitt Adrasan-Cirali des lykischen Wanderweges identisch.




Von Cirali aus umrundet man den Felsen Deliktas, quert die Ruinen von Olympos (evtl. Eintritt) und zweigt vor dem eingezäunten Parklatz nach lins ab, quert das evtl. trockene Bachbett des Akdere/Akcay/Kavsik Cayi und steigt am Rand der südlichen Nekropole zu einem weit sichtbaren Grabbau auf, dessen vorgelagerte Kuppel ihn fast wie einen Kirchenbau wirken lässt. (ab Cirali ca. 20min) Hier beginnt der markierte lykische Wanderweg nach Adrasan. Er dauert bis Adrasan insgesamt fast 5 Stunden.
Der Weg steigt rasch an. Rechter Hand überblickt man das Tal des Cilli Dere und am Wegrand sieht man immer wieder antike Reste und Terrassierungen. Das ist klar, da vermutlich hier der Verbindungsweg von (Upper)Olympos zum Hafen Korykos verlief.
Nach über einer Stunde erreicht man den Teil des Pinienwaldes, der 2008 stark verbrannt ist. Der Weg quert eine kleine (ehemals) bewaldete Ebene, welche gegen das Cilli Dere-Tal von einem Felsriegel abgeschlossen wird. In diesem Bereich fallen die Terrassierungen wieder stärker auf und es folgt rechts vom Weg an einem kl. Hang die Ruine eines monumentalen Gebäudes. Es lag wohl knapp ausserhalb des eigentlichen Stadtgebietes.
Ab hier geht der Weg auf einen Berghang zu, von dem zwei trockene Bachläufe herunterkommen. Der Lykische Weg quert die Bachläufe und umrundet dann den gesamten Berghang bis man auf dem Pass direkt vor der Alm "Yaylalik" steht. Die beiden genannten Bachläufe kommen direkt aus dem Stadtgebiet. Und während man den Berghang auf dem Lykischen Pfad zum Pass hin umrundet, läuft man nur wenige Meter unterhalb der städtischen Nekropole.




Es gibt zwei praktikable Zugänge zum Stadtgebiet:

1) Vom Pass nach links(Osten) den Hang ansteigend. So quert man die alte Stadtmauer und erreicht das Stadtgebiet am Plateau von Westen her. Nach Süden ist das Stadtgebiet an seiner Westseite durch eine steile Felsklippe geschützt, von der man auf die Almwiesen von Yaylalik hinabsieht.





2) Man steigt zwischen den beiden oben genannten Bachläufe den Hang hinauf und erreicht so den Ostrand des Stadtgebietes. Beim Anstieg liegen bereits die erste antike Reste: Eine Hausmauer am Hang - Grundrisse nach der ersten Kuppe - dann wieder Säulenfundamente am Hang. Das Stadtgebiet verteilt sich auf eine Ebene(Zentrum), den Abhang(Nekropole) und mehrere kleine Hügel(II,III,IV).




Gipfeltour: Wenn man zum Gipfel des Musa Dag aufsteigen will, dann sollte in jedem Fall den Steilhang bereits beim ersten Bachbett hinaufsteigen!










Man erreicht so einen Sattel, an dem das antike Stadtgebiet von den Abhängen des Musa Dag begrenzt wurde. Der Weg führt eigentlich von Steinmännchen und rotem Punkt markiert bergauf. Das ist aber seit dem Waldbrand kaum mehr machbar. Alternativ kann man auch der Hangkante entlang über die Felszacken emporsteigen. Das geht derzeit schneller. Bis zum ersten Vorgipfel dauert es mind. 1/2 Stunde. Der Musa Dag hat insgesamt 4 kleinere Vorgipfel, die man alle auf- und absteigen muss! Am Hauptgipfel selbst ist eine kurze Kletterei notwendig.
Dass die Gipfelregion irgendwann auch ein wenig besiedelt war, sieht man insbesondere beim Aufstieg auf den 4.(letzten) Vorgipfel: Hier ist bei einem natürlicher Felsunterstand eine Sitzkante modifiziert worden und im Geröll des feuchten Hanges findet man Tonscherben sowie kulturbegleitende Vegetation.






Der Gipfel hat eine geniale Aussicht:







In der Antike wuchsen auf dem Musa Dag Zedern, Wacholder und angeblich viel Safran(Sal. hist. fr. 2.81, Plin. nat. hist. 21.31).
Damit ist vermutlich die lykische Herbstzeitlose(Colchicum cilicium/bivonae) gemeint.



Variante zu nördlichen Nebengipfeln des Musa Dag:
Man verlässt den Ost-Rand des antiken Stadtgebietes und klettert ca. 20min in Richtung 1. Vorgipfel hinauf. Sobald man eine Höhe erreicht hat, bei der man links den Felsgrat "Kizil Yar" übersehen kann, wechselt man zu diesem hinüber. Hier kann man eine ganze Zeit lang von Felsen zu Felsen queren und hat dabei schöne Aussichten auf Geneviz Limani oder den Gipfel des Musa Dag. Wildziegen leben in diesen Steilhängen auch. Der direkte Abstieg zu den unteren Terrassen am Lykischen Pfad ist wegen der chaotischen Vegetation nicht leicht.



Quellen:
(1) Spratt T.A.B., Forbes Edward, Daniell E.T.: Travels in Lycia, Milyas, and the Cibyratis (vol I), London, 1847
(2) Kiepert H., Erläuterungen zu der dem Werke Reisen in Lykien und Karien von O. Benndorf und G. Niemann beigefügten Specialkarte, Leipzig, 1884
(3) Petersen E., Luschan F. von: Reisen in Lykien Milyas und Kibyratien (vol II), Wien, 1889
(4) Tomaschek Wilhelm: Zur Historischen Topographie von Kleinasien im Mittelalter, Wien, 1891, ISBN978-1-59333-856-5, p. 49-52
(5) Stark Freya: Pässe, Schluchten und Ruinen, Sierra, München, 2002, ISBN978-3-89405-154-X
(6) Adak Mustafa, Güzelyürek Celal, (Sahin Sencer): Olympos - Reiseführer Olympos Cirali Adrasan, Günisigi, Istanbul, 2003, ISBN 975-97580-6-7
(7) Parman Ebru, Atvur Orhan, u.a.: Olympos - an archaelogical guide, homerkitabevi, Istanbul, 2006, ISBN 975-8293-95-8
(8) Graßhoff Gerd, Mittenhuber Florian (Hg.): Untersuchungen zum Stadiasmos von Patara, Bern Studies ..., Bern, 2009, ISBN 978-3-9523421-5-2
(9) Hild Friedrich: Die lykische Ostküste in den Portulanen und Seekarten, in: Byzantina et Neograeca Vindobonensia 24, Wien, 2004, p. 190-202
(10) Hennemann Michael: Türkei Lykischer Weg , Stein, Welver, 2005, ISBN 3-89392-571-6
(11) Eichhorn Werner: Bike Guide Türkische Riviera, Rother, München, 2007, ISBN 978-3-7633-5017-9
(12) Marksteiner Thomas: Lykien, ein archäologischer Führer, Phoibos, Wien, 2010, ISBN 978-3-85161-029-1
(13) Goetz Rolf: Türkische Riviera - 40 Touren, Rother, München, 2010, ISBN 978-3-7633-4374-4
(14) Henke Georg: Türkei Lykische Küste, Reise Know-How, 2010, ISBN 978-3-8317-1875-7
(15) Mount Olympos Region, Topographic Tourist Map 1:54000, EWP , 2011
(16) http://www.akmedanmed.com
(17) Adak Mustafa: Lokalisierung von Olympos und Korykos in Ostlykien; in: Gephyra, Band 1, Yayinlari, Istanbul 2004
(18) Adak Mustafa, Tüner Nihal: Neue Inschriften aus Olympos und seinem Territorium I; in: Gephyra, Band 1, Yayinlari, Istanbul 2004





home | downloads | weather in RO | links | diverse |
polyhedra | math| physics | informatics | schools |
webcam (ku) | webcam (hochries) |

Peter Kratochvil
Karolinen-Gymnasium Rosenheim
83022 Rosenheim, Germany
Tel +49 365 1901 (office)
or +49 8031 35 30 83 (home)

P.K@web.de
April 2017